Was sind die kleinen Dinge?

Drückst Du Türen, an denen groß „Bitte ziehen“ steht? Unterschreibst Du auch so krüppelig auf diesen elektronischen Displays? Kennst Du Sätze, die Du zehnmal lesen kannst und trotzdem nicht verstehst? Schaust Du auch aus Gewohnheit auf die Uhr, achtest aber nicht darauf, wie spät es ist? Drückst Du den Ampelknopf mehrfach, damit es schneller grün wird? Und kennst Du dieses Zucken, das man manchmal kurz vorm Einschlafen hat?

Genau darum geht es in der Cartoonserie. Die kleinen Dinge im Leben, die wir alle kennen. Kleine Schwächen, Verhaltensweisen oder Beobachtungen, die unser Leben begleiten. Manche davon scheinbar so nebensächlich, dass sie uns kaum bewusst sind. Aber sie alle haben diesen speziellen Das-kenne-ich-auch-Effekt. Und sie zeigen uns Tag für Tag, dass wir Menschen trotz allem, was uns unterscheidet, doch irgendwie alle gleich sind.

Woher kommt die Idee dazu?

Vor einigen Jahren habe ich zusammen mit zwei Freunden eine Sendung im Radio moderiert. Eines Tages ist uns aufgefallen, dass wir drei manchmal aus Langeweile auf Toilette die Inhaltsangabe der Zahnpastatube durchlesen. Darüber haben wir uns stundenlang amüsiert. Es war so absurd und verrückt. Und eigentlich hätte man nie mit jemandem über eine solche Nebensächlichkeit gesprochen. Aber dann haben wir festgestellt, dass es noch viel mehr dieser kleinen Dinge gibt. Dinge, die man kaum beachtet, die wir aber alle machen (zugegeben, das mit der Zahnpasta macht nicht jeder).

Im Sommer letzten Jahres bin ich dann zufällig bei Youtube auf George Carlin gestoßen, einem mittlerweile verstorbenen US-Comedian, dem genau das gleiche aufgefallen war – allerdings schon einige Jahre zuvor. Dann habe ich mich wieder an meine Liste von damals erinnert (Witziges bewahre ich stets auf) und hatte plötzlich die fixe Idee, diese kleinen Dinge mit anderen teilen zu wollen. Sie haben auf eine so charmante Art & Weise etwas Verbindendes. Genau das, was eine Welt voller Konflikte braucht.

Wer ist Mr. MeeMee?

Die Frage war jetzt nur noch, wie ich die kleinen Dinge im Leben mit anderen teilen würde. Bei George Carlin waren sie Teil des Bühnenprogramms. Einfach nur nachmachen, war mir zu langweilig. Cartoons waren die Lösung! Die lassen sich schnell, einfach und billig zeichnen. Wie aber zeichnet man tolle Cartoons ohne Talent und Übung? Ich hatte soetwas noch nie zuvor gemacht. Keep it simple! Ein Strichmännchen war die Antwort. Das kann jeder! Also habe ich mir, naiv wie man nur sein kann, wenn man einer fixen Idee hinterherläuft, ein Zeichenbrett für den Computer gekauft und losgelegt. Das Ergebnis: FÜRCHTERLICH! Mein Strichmännchen sah aus wie mit Gendefekt. Ein Auge größer als das andere und seine Arme und Beine hatten mehr Gelenke, als von der Natur vorgesehen. Dieses Männchen machte mir Angst und stürzte mich in tiefe Depressionen. Meine Zeichnungen waren schlechter als die meiner 5-jährigen Nichte. Was also tun? Ganz klar: weitermachen! Eine fixe Idee gibt man so schnell nicht auf.

Also habe ich gezeichnet. Tage, Wochen und Monate. Und aus dem Strichmännchen mit Gendefekt wurde nach und nach ein liebenswerter und vertrauter Begleiter: Mr. MeeMee (Mister Mimi ausgesprochen). Mr. MeeMee freut sich, wenn ihm etwas gelingt und ärgert sich, wenn nicht. Er macht das, was wir alle machen. Er hat unsere Schwächen, Fehler und Verhaltensweisen. Und ich bin mir sicher, dass Du Dich bei dem einen oder anderen von Mr. MeeMees kleinen Abenteuern wiedererkennst und er Dir ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert. Ein kleines Lächeln mehr in der Welt – damit wären Mr. MeeMee und ich schon zufrieden.

Also wünschen wir zwei Dir viel Spaß beim Stöbern und freuen uns über den einen oder anderen Kommentar. Vielleicht kennst Du ja noch eines dieser kleinen Dingen im Leben, das uns bislang noch nicht aufgefallen ist.

Euer Kai