Mit dem Stuhl ein Tick zu weit nach hinten kippeln – es gibt kaum etwas, das einen mehr schockt. Gerade weil das Kippeln selber einen fast schon meditativen Charakter hat. Es entspannt so herrlich. Vor allem die Mittellage, wenn man sich nahezu im Gleichgewicht befindet. Zwischen seelischer Tiefenenstpannung und Herzkasper liegen aber nur wenige Zentimeter. Übertreibt man es und gerät aus dem Gleichgewicht, ist das eines der schlimmsten Gefühle, das ich kenne. Man spürt den Schock bis in die Zehenspitzen. Vom Herzen ganz zu schweigen. Ich schätze, einmal zu weit zu kippeln, dürfte für das Herz in etwa so schädlich sein wie drei Packungen Zigaretten und ein halbes Pfund Butter zum Frühstück. Ach was schreibe ich hier eigentlich? So verkalkt können die Aterien gar nicht sein, um an dieses Schockgefühl ranzukommen…